Steigende Strompreise machen Photovoltaik attraktiver denn je — aber rechnet sich eine Solaranlage 2026 wirklich für Ihr Haus? Hier die ehrliche Rechnung plus die Fragen, die Sie Installateuren stellen müssen.
Was kostet eine Anlage 2026?
Eine typische 8–10-kWp-Anlage fürs Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen 12.000 und 18.000 Euro inklusive Montage und Wechselrichter. Der Preis pro kWp sinkt mit der Größe: Kleine Anlagen unter 5 kWp sind pro Kilowatt deutlich teurer. Ein Stromspeicher (5–10 kWh) kostet 5.000–9.000 Euro extra und erhöht den Eigenverbrauch massiv. Vorsicht bei Dumping-Angeboten: Wer deutlich unter Marktpreis anbietet, spart meist an Montagequalität oder Komponenten.
Die Amortisationsrechnung
Rechnen Sie mit dem Eigenverbrauch, nicht mit der Einspeisung: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen 30–40 Cent Stromkosten, eingespeiste bringt nur wenige Cent. Ohne Speicher nutzen Haushalte etwa 25–35 Prozent selbst, mit Speicher 60–80 Prozent. Bei aktuellen Strompreisen amortisiert sich eine gut geplante Anlage in 8–12 Jahren — danach produzieren Sie 15+ Jahre nahezu gratis Strom. Prüfen Sie Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen: Zuschüsse und zinsgünstige KfW-Kredite verkürzen die Amortisation spürbar.
Ist Ihr Dach geeignet?
Idealausrichtung ist Süd, aber Südost bis Südwest funktioniert fast genauso gut — selbst Ost-West-Dächer liefern solide Erträge über den ganzen Tag verteilt. Die Dachneigung sollte zwischen 20 und 40 Grad liegen; Flachdächer brauchen eine Aufständerung. Verschattung ist der größte Ertragskiller: Schon ein Schornstein oder ein Baum kann den Ertrag ganzer Modulstränge drücken — moderne Leistungsoptimierer mildern das. Prüfen Sie Dachzustand und Statik: Ein Dach, das in 10 Jahren saniert werden muss, sollten Sie vorher erneuern.
Die richtigen Fragen an Installateure
Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern kWp-Leistung, Modultyp und Garantien. Fragen Sie: „Welche Module und welcher Wechselrichter — und warum?" „Wie berechnen Sie meinen Eigenverbrauch?" „Was kostet Wartung und Monitoring?" „Wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an?" Seriöse Anbieter machen eine Verschattungsanalyse und Ertragsprognose — wer nur nach der Dachfläche fragt, ist raus.
Erster Schritt diese Woche: Notieren Sie Ihren Jahresstromverbrauch und prüfen Sie Ihre Dachausrichtung per Kompass-App. Mit diesen zwei Zahlen wird jedes Beratungsgespräch konkret.